Regisseurin Ursula Reisenberger hat eine unglaubliche Idee geboren und sie in überzeugender Konsequenz mit engagierten Schauspielern des Projektes o r t s z e i t mittlerweile das vierte Jahr umgesetzt. Jede einzelne Aufführung ist eine nachdenkenswerte Auseinandersetzung mit Schicksalen von Menschen, wie sie in dieser Region passiert sind oder passiert sein hätten können.
Andrea Hinterseer, Panorama, 7. Juni 2009
Rund 7.000 Zuschauer besuchten insgesamt 61 Aufführungen der drei stets ausverkauften Produktionen in den vergangenen drei Jahren. o r t s z e i t spürte mit viel Feingefühl der lokalen Geschichte nach, schuf Verbindungen, wo im Alltag oft scheinbar unüberbrückbare Gegensätze bestehen, und legte verschüttete Themen frei. Unübersehbar war auch die Wirkung auf das nach Leogang kommende Publikum, groß dessen Bereitschaft, im Fremden das Eigene zu entdecken. (...) o r t s z e i t schuf eine Möglichkeit, sich einem kollektiven Trauma gemeinsam anzunähern – oft sehr emotional, wie die Reaktionen nach den Aufführungen zeigten.
Christine Schweinöster, Tausriska, Sommer 2009
Die Arbeit von o r t s z e i t entwickelte sich zu einer intensiven Beschäftigung des Dorfes mit seiner Gegenwart und Geschichte. Das war keine einseitige Entdeckungsarbeit von Theater-Sommerfrischlern. Vor allem die Inszenierung „Protestanten!“ zeigte, dass ein Sommertheater mehr sein kann als leichte Kost oder zugekaufte Attraktion, die allein touristischer Ökonomie dient. „Bis dato war kaum jemandem im Ort bewusst, wie hautnah wir hier an solchen Katastrophen beteiligt waren“, sagt Bürgermeisterin Helga Hammerschmied. Solch eine Einsicht verursacht Schmerzen. Der Schmerz führt aber auch zur Befreiung. Da greift das Stück unmittelbar ins Leben.
Bernhard Flieher, Salzburger Nachrichten, 9. Juli 2009